Planung und Zukunft der Prager Bühnen

Prag Staatsoper 2020 Buehne

„Ich glaube, die Saison ist noch nicht verloren…“

Ein kurzer, aktueller Überblick über Planung und Zukunft der Prager Bühnen

Der Intendant der Opernensembles des Nationaltheaters und der Staatsoper Prag, Herr Per Boye Hansen, hat in einem Interview letzte Woche seine Einschätzung für die restliche Spielsaison abgegeben. Er meinte, dass die Saison noch nicht verloren sei, und es auch wieder Vorstellungen vor Publikum geben wird.
Die Opernensembles beider Bühnen arbeiten unter größten Hygieneauflagen und wöchentlichen COVID-Tests an den geplanten Premieren. Am 30.01.2021 wird die Premiere des „Rigoletto“ live von CT Arte ausgestrahlt. Ein junges Team um die tschechische Regisseurin Barbora Horakova Joly und der italienische Dirigent Vincenzo Milletari inszenieren diesen Opernklassiker von G. Verdi. Der 36-jährige spanisch-amerikanische Bariton Daniel Luis de Vicente wird sein Debüt in Prag in der Titelrolle geben.
Per Boye Hansen ist optimistisch und rechnet damit, dass die Premiere eines neuen „Don Giovannis“ am 18.03.2021 vor Publikum stattfinden könnte. An der Produktion für das Ständetheater, an dem Mozart sein Meisterwerk 1787 zur Uraufführung brachte, arbeiten der schwedisch-norwegische Schauspiel- und Opernregisseur Alexander Mork-Eidem und der italienische Dirigent Rinaldo Alessandrini, ein Spezialist auf dem Gebiet der Alten Musik.
Außerdem werden die unterbrochenen Proben vom letzten Jahr für die Janacekoper „Kata Kabanova“ mit dem spanischen Regisseur Calixto Bieito ab April fortgesetzt. Per Boye Hansen ist der Meinung: „Für die Künstler aller Ensembles ist es wichtig zu proben, zu arbeiten, ein konkretes Ziel vor sich zu haben und das Ergebnis der Öffentlichkeit zu präsentieren. Deshalb ist es wichtig, Premieren zu streamen und aufzunehmen, obwohl ich Live-Aufführungen vorziehe“.
Die verschiedenen Sparten müssen dem Publikum etwas bieten, wenn sie in die Opernhäuser zurückkehren können. Er glaubt, dass das kunsthungrige Publikum dieses Angebot auch nutzen wird. „Vor einem Jahr konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine so schwierige Zeit für Oper und Kunst im Allgemeinen kommen würde. Ich kam nach Prag, voller Pläne für eine Zusammenarbeit des Nationaltheaters mit europäischen Opernhäusern, aber wegen der Pandemie ist alles anders geworden. Trotzdem bin ich optimistisch und glaube, dass sich die Situation wieder beruhigt und wir in der Lage sein werden, alles weiterzuverfolgen. Es ist wichtig, dass wir dann vorbereit sind“, sagt Per Boye Hansen.

Vom: 28.01.2021