Hartmut und Kirsten Wolff auf Paketer-Erkundungsreise im Reich der Mitte

In der Geisterstadt Fengdu
  • Erschienen am 12.06.2007
  • Zeitung: bus blickpunkt 6/2007
  • Herunterladen

Wolff Ost-Reisen, der Paketreiseveranstalter aus Furth im Wald, ist bekannt als Spezialist für Reisen nach Osteuropa. Mit der Jahrtausendwende haben sich Hartmut und Kirsten Wolff, die das Unternehmen seit vielen Jahren erfolgreich führen, auch in Fernost etabliert. Paketreisen nach China stießen auf reges Interesse bei vielen Busreiseveranstaltern. Seither, und das wird in diesem Jahr zum RDA-Workshop im August in Köln nicht anders sein, erscheint kein Katalog von Wolff-Ost ohne Angebote für Gruppenreisen ins Reich der Mitte. Wolffs-Reisepakete sind mit Erfahrung und Kenntnis geschnürt. Immer wieder sind Hartmut und Kirsten Wolff vor Ort unterwegs, um die Gegebenheiten in einem Land kennen zu lernen, die Hotels auszuwählen oder den Reisenden Restaurants zu empfehlen. Unlängst waren beide wieder auf Entdeckungsreise in China. Kirsten Wolff hielt ihre Beobachtungen in einem persönlichen Reisebericht fest. Ein Appetizer für all jene, denen die Entdeckung Fernost mit Wolff noch bevorsteht.

Womit beginnt eine Fernreise? Natürlich mit dem Flug. Wir haben uns für Air China entschieden. Die Maschinen von Air China fliegen täglich von Frankfurt und München nach Peking und zurück. Der Service an Bord und die Qualität der Flugzeuge stehen den Standards westlicher Fluggesellschaften in Nichts nach. Oberhaupt das Thema "innerchinesische Flüge, Airlines und Flughäfen“. Wenn man weiß, dass Städte wie Chongqing 33 Millionen Einwohner haben, "Kleinstädte“ wie Wuhan z.B. 6 Millionen, dann wundert man sich nicht, dass es überall moderne, blitzsaubere Flughäfen gibt, die von nagelneuen Boeings und Airbussen angeflogen werden. Wir jedenfalls landen nach einem bequemen Nachtflug ab München unternehmungslustig in Peking. Am Flughafen erwartet uns unser Reiseleiter Miao, der uns in den nächsten 13 Tagen nicht nur über die kulturellen Sehenswürdigkeiten, gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern auch über das Alltagsleben der Chinesen umfassend informieren wird. Alles in perfektem Deutsch, immer mit einer Prise Humor gewürzt!

Peking-Ente wird im Paket verzehrt
Abends dann das Traditionsessen Nummer eins: Peking-Ente in Peking. Schon am Restaurant-Eingang verheißen hinter Glas dutzende braun-gold glänzender Enten Gaumenfreuden. Die Enten werden nach einem komplizierten Verfahren aufgepumpt, getrocknet, mariniert und schließlich über dem offenen Feuer gegart, die Innereien zum Teil bei den obligatorischen Vorspeisen kredenzt. Dann der Höhepunkt: Die knusprige Entenhaut, die wir stückchenweise zusammen mit Lauch und einer speziellen Soße in hauchdünne Pfannkuchen einrollten und dann im Paket genossen. Die folgenden beiden Tage in der Hauptstadt verbringen wir mit einem Ausflug zur Großen Mauer, dem Besuch der Ming-Gräber, der Besichtigung des Kaiser-Palastes, der Besichtigung des Himmeltempels und des Tian-anmen-Platzes. Dass Peking einst eine Grenzstadt war, erkennt man noch heute an der Nähe zur Großen Mauer, deren erste Teilstücke vor über 2500 Jahren entstanden. Der zielstrebige Ausbau erfolgte erst im 14 ih. in der Zeit der Ming-Dynastie. In der Nähe von Badaling besuchen wir nach einer bequemen Seilbahnauffahrt einen restaurierten Abschnitt der Großen Chinesischen Mauer. Der Aufstieg ist steil. Doch die Mühe wird durch einen einzigartigen Blick belohnt: die Mauer windet sich wie eine silberne Schlange bis in unendliche Ferne.... Nicht weit davon liegt Shisan Ling, die letzte Ruhestätte für 13 der 16 Ming-Kaiser, das schönste Beispiel chinesischer Grabarchitektur. Hier beschränkten wir uns auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, denn die 13 Mausoleen liegen über 40 Quadratkilometer verstreut. Das Grab Chang Ling, das größte, ist das einzige, dessen Opferhalle erhalten blieb — ein imposantes Bauwerk mit 32 Säulen. Faszinierend dann der Spaziergang auf der Geisterstraße, die von 36 Steinstatuen gesäumt wird: Regierungsbeamte, Soldaten, Tiere und mystische Wesen, die auf die Nekropole hinführt.

Skorpion, Tausendfüssler und Schildkröten
Abends tauchen wir dann in das quirlige Leben der Metropole ein. Die Garküchenstraße ist ein Erlebnis. Sie besticht durch ihre einheitliche Standgestaltung und blitzsaubere Präsentation aller möglichen Speisen: vom Skorpion über den Tausendfüßler zu Schildkröten, frittiertem Obst, unbekannte Gemüsesorten. Alles da, was das Herz der einheimischen Gourmets höher schlagen lässt und teilweise auch das der Touristen erfreut. Den letzten Tag in Peking begannen wir mit dem Besuch des Tian-anmen-Platzes, dem größten Platz der Welt — ein monumentales städtebauliches Kontrastprogramm zur Kaiserzeit. Der Ort der Jubelmärsche, Platz des Mao-Mausoleums, heute Sitz des Nationalen Volkskongresses. Als wir hier stehen und uns umschauen haben wir vor lauter Menschen das Gefühl, halb China habe sich heute hier verabredet. Alle in fröhlicher Stimmung, keine Polizei, nur ab und zu etwas Militär zur Wachablösung. Junge und Alte, alle ausgestattet mit den neuesten Handys und Digital-Kameras.

Zu Besuch beim letzten Kaiser
Beim Besuch des Kaiserpalastes, der Verbotenen Stadt, fühlen wir uns an den Film "Der letzte Kaiser“ erinnert. Hier lebten und herrschten der "Himmelssohn“ und die Kaiserin, mit Konkubinen, Zofen und Eunuchen insgesamt einige Tausend Personen. Da wir genügend Zeit für die Besichtigung dieser einmaligen Kulturstätte eingeplant haben, können wir auch die Schatzkammer des Palastmuseums besuchen. Für mich persönlich war der Höhepunkt des Tages allerdings der Himmelstempel, eine der größten Tempelanlagen in China. Hier sind die Ausgewogenheit und die Symbolhaftigkeit chinesischer Architektur besonders gut zu erkennen. Das dreifache blaue, runde Dach begrüßt uns schon von weitem. Ist es der Tempel selbst oder die Atmosphäre in den Gärten und auf den Plätzen rundum, die mich immer wieder begeistern? Auch hier trifft man wieder auf junge und alte Menschen, die zusammen musizieren, singen, tanzen, Karten spielen, Drachen steigen lassen.

(...)

Köstlichkeiten in einer Garstraße in Peking Karstlandschaft am Lifluß Sommerpalast: Marmorschiff Das Shanghai-Hyatt - das höchste Hotel der Welt Terrakotta-Armee in Xian Fengdu - die Geisterstadt Musik, Tanz und Gesang an allen Orten