Brückenbauer-Preis 2014

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  • Erschienen am 19.04.2014
  • Zeitung: Centrum Bavaria Bohemia (CeBB)

Im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee wurde bei einem Galaabend an fünf Persönlichkeiten und zwei Partnerprojekte der Brückenbauer-Preis verliehen.

Der Verein Bavaria Bohemia verlieh in Schönsee den Brückenbauer-Preis für die Förderung der Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Bayern und Böhmen. In der Kategorie Wirtschaft ging der Preis an Hartmut Wolff. Der Kultusminister der Tschechischen Republik, Herr Daniel Herman, war als Ehrengast anwesend.

Die Laudatio für Hartmut Wolff hielt IHK-Geschäftsführer Richard Brunner:

"(...)Wolff Ost-Reisen in Furth im Wald hat sich in den 50 Jahren seines Bestehens zu einem der größten Unternehmen für Reisetourismus in die Tschechoslowakei und nach der Wende in die Tschechische Republik entwickelt.

1958 gründete Hartmut Wolffs Vater Eugen ein Omnibusunternehmen, das 1964 die neue Möglichkeit, über die Grenze ins Nachbarland fahren zu können, als zusätzliches Geschäftsfeld ins Angebot aufnahm. Zwei Wochen nachdem der Schritt über die Grenze möglich gewesen war - damals noch mit mühevoller Visabeschaffung - fuhr bereits der erste Wolff-Bus mit Urlaubern aus dem Bayerischen Wald in das kommunistische Prag. Trotz langer Wartezeiten an der Grenze, stundenlanger Fahrt, Pflichtumtausch und nervenaufreibenden Grenzkontrollen stieß das Tagesfahrtangebot des Reiseveranstalters aus Furth im Wald auf steigendes Interesse. Schnell zeichnete sich ab, dass das Reisegeschäft nach Prag und ins Bäderdreieck von Vater Eugen nicht allein zu bewältigen war. Junior Hartmut Wolff stieg als Geschäftsführer für den Betriebszweig „Gruppenreisen für Wiederverkäufer“ ein und etablierte Wolff Ost-Reisen bundesweit als Adresse für andere Busunternehmen, die sich die Hilfe des Spezialisten direkt an der Grenze bedienten, um vor allem die Metropole Prag anzusteuern.

Hartmut Wolff gehörte zu den ersten Deutschen, die Kontakte zu kritischen Geistern in der Tschechoslowakei anbahnten. Er nahm junge Politiker, auch Journalisten der bayerischen Seite, zu Treffen mit Oppositionellen mit. Dramatisch war es, als in der Nacht des 21. August 1968 beim Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts zwei Wolffbusse mit 100 Gästen für eine 2-Tagesfahrt in Prag waren. Hartmut Wolff und sein Bruder Jochen machten sich sofort von Furth im Wald aus auf den Weg, um die Reisegäste in Prag zu suchen, sie aus der Schusslinie der Panzer auf dem einzigen noch passierbaren Brückenweg über die Moldau und wieder heil zurück nach Deutschland zu bringen.
Von 1970 bis 1985 wuchs die Zahl der Reisenden in die Tschechoslowakei und die weiteren Länder Osteuropas stetig. Wolff Ost-Reisen stieg zum Marktführer im osteuropäischen Reisegeschäft auf. Noch vor der Wende baute Hartmut Wolff als erster deutscher Reiseveranstalter ein touristisches Unternehmen in Prag auf, die Wolff Travel Praha, s.r.o. Über 50 Mitarbeiter waren in dem neugegründeten Lufthansa-City-Center und dem TUI-Profipartnerbüro beschäftigt. Der Fall des Eisernen Vorhangs, die Wende und die Öffnung der Grenzen vor 25 Jahren, dann der Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder 2004 zur EU boten für Hartmut Wolff und sein Unternehmen immer wieder neue Geschäftsfelder. 2014 wird das Jubiläum „50 Jahre Wolff und Osteuropa“ bei vielen Anlässen gefeiert. Hartmut Wolff gibt zu, dass die rasante Entwicklung des Unternehmens einzig und allein der Möglichkeit zum Passieren der Grenze vor 50 Jahren zu verdanken war. Hartmut Wolff gehört zu den großen Pionieren im grenzüberschreitenden Tourismus. Für seinen Unternehmergeister und sein Gespür, die Grenze nicht als Bedrohung, sondern als wirtschaftliche Chance zu nutzen, zeichnet Bavaria Bohemia e. V. Hartmut Wolff mit dem Preis Brückenbauer (Stavitel mostu) 2014 in der Kategorie Wirtschaft aus.(...)"

Centrum Bavaria Bohemia im Internet: www.cebb.de

von links: Richard Brunner, Hartmut Wolff, Anne Gierlach (Vorsitzende Bavaria Bohemia e.V.), Hans Eibauer (Leiter des CEBB Centrum Bavaria Bohemia e.V.) Hartmut Wolff, Laudator IHK-Geschäftsführer Richard Brunner