Allein unter Wölffen - ein Erlebnisbericht

Presseschau
  • Erschienen am 01.12.2009
  • Zeitung: BusMagazin, Ausgabe 12/2009

BusMagazin vor Ort

Allein unter Wölffen - ein Erlebnisbericht

Furth im Wald — nicht gerade der Nabel der Welt. Aber hier werden in Sachen Gruppenreisen mit kulturellem Anspruch Maßstäbe gesetzt, denn hier ist der Firmensitz von Wolff Ost-Reisen. Ein (halber) Tag beim Osteuropa-Spezialisten - BUSMAGAZIN-Redakteur Ralf Theisen machte sich Ende Oktober länger als gedacht auf den Weg in den Bayerischen Wald.

Anreise und Betreuung, Kapitel 1
Stellwerksschaden in Düsseldorf, mein Zug Richtung Süden trifft am Montagmorgen bereits mit Verspätung in Bonn ein. Ob ich den Anschlusszug nach Schwandorf in Nürnberg noch erwische, können mir weder die Durchsage im Waggon, noch der Schaffner bestätigen. Im Frankenland angekommen, renne ich förmlich in den bereitstehenden Zug Richtung Oberpfälzer Wald. Die rund 20-minütige Wartezeit bis zur Abfahrt erlebe ich leicht angesäuert. Ob die Eisenbahn nach Furth im Wald ab Schwandorf auch wartet, kann mir niemand beantworten. Ab jetzt nehme ich die Sache selbst in die Hand - ohne Nachfragen. Beim Anruf im Hause Wolff kündige ich mich eine Stunde später als geplant für 14 Uhr an und steige in den Zug Richtung tschechische Grenze. 10 Minuten Aufenthalt in Cham, ich harre der Dinge, die da kommen. Es folgen einige Orte, Furth im Wald ist nicht dabei, dafür das weiter südlich gelegene Bad Kötzting und so langsam schwant mir, dass hier irgendwas falsch läuft, Aussteigen, Lage sondieren, Betreuungsnotstand aus- und Wolff anrufen. Ein Taxi bringt mich auf geradem Weg in 20 min. zum Bahnhof in Furth im Wald. Von da aus sind es noch 75 m bis in die Tradtstraße 6. Vor dem Firmensitz wartet draußen der Alpha-Wolff Hartmut, jetzt kann ich was erleben,...

Anreise und Betreuung, Kapitel 2
Ich werde begrüßt wie ein verloren gegangener Sohn. Wobei Hartmut Wolff sich wohl insgeheim fragt, ob ich für Usbekistan — Reiseziel von Wolff Ost-Reisen — geeignet wäre, wenn ich im Bayerischen Wald bereits die Orientierung verliere. Mehr als zwei Stunden später als gedacht begrüße ich auch dessen Ehefrau und Geschäftsführerin Kirsten Wolff. Irgendwie muss ich erschöpft aussehen, denn in Büro der Geschäftsleitung werde ich mit bayrischem Leberkäse in zwei Variationen und Semmeln wieder "aufgepäppelt”. Das freut auch das Ehepaar Wolff, schließlich haben sie aus Solidarität mit dem Irrfahrer die Brotzeit aufgeschoben. So gestärkt sind wir bereit für höchsten Kunstgenuss, den im Hause Wolff die Expertin für Kulturreisen, Maria-Luise von Bertalanffy verkörpert.

Anreise und Betreuung, Kapitel 3
2008 erlebte das Prager Kulturkaleidoskop seine 25. Auflage, Das "schöne Formen sehen" (griech.: Kaleidoskop) in der Goldene Stadt hat Wolff Ost~Reisen 1983 aber nicht clever eingekauft, sondern selbst entwickelt. Von Bertalanffy war von Anfang an dabei — als die Wölffe auch noch als Busreiseveranstalter tätig waren. Aus der Not, das flaue Wintergeschäft anzukurbeln, gingen sie in Prag auf die Suche nach geeigneten Veranstaltungen in der Karnevalszeit, fanden wenige und schufen daher selbst neue. Wohl wissend, dass man den Kunden zu diesen Terminen auch die Hotels zu vernünftigen Preisen anbieten kann, denn ab Ostern werden diese laut Kirsten Wolff zu teuer. Aus den Anfängen mit rund 500 Besuchern ist heute eine erstklassige Konzert-, Oper- und Unterhaltungsreihe geworden, die einen festen Platz im Kulturleben der tschechischen Hauptstadt eingenommen hat. Denn mittlerweile haben rund 50 000 Busreisegäste aus Deutschland den Veranstaltungsreigen erlebt, 2000 bis 2500 sind es pro Jahr. Der größte "Fan” des Kaleidoskops sitzt mir gerade gegenüber. Maria-Luise von Bertalanffy ist mit Herzblut dabei, wenn es — eigentlich ganzjährig - darum geht, das Programm für das Event zusammenzustellen. Ihre guten Kontakte zu den Intendanten von Staatsoper, Nationaltheater und anderen Bühnen in Prag lässt sie sogar in der Besetzung der Künstler ein gewichtiges Wort mitreden. Die Motivation, warum sie Planung und Organisation (..) mit dem gleichen Elan wie beim ersten Mal angeht, erklärt sie ganz einfach: "Begeisterte Kunden, das ist der Hauptgrund. Manche Dankesschreiben erhalten wir bereits vor Ort in Prag. Das lohnt sich doch".

"Malen nach Zahlen"
Der Anteil an "Wiederholungstätern" in Sachen Kulturkaleidoskop beträgt 50%. Zudem nehmen viele Busunternehmen die Veranstaltungen zum Anlass, fünf Tage mit ihren Gruppen in Prag zu verbringen. Diese Treue fußt nicht allein auf dem niveauvollen Abendprogramm. Während des Veranstaltungsreigens sind Wolff-Mitarbeiter vor Ort, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wenn es mal klemmt. Dass dies selten vorkommt, liegt u. a. an der exzellenten Vorbereitung durch von Bertalanffy und ihr Team. Dazu gehört auch "Malen nach Zahlen". Das ist kein Kinderspiel, sondern ein Service der Wölffe, es wirklich jedem Kunden Recht zu machen. Dazu bedarf es mehrerer Saalpläne verschiedener Prager Bühnen, jahrelanger Erfahrung, jeder Menge bunter Textmarker sowie Durchblick im vermeintlichen Chaos. Von Bertalanffy zeigt mir zwei Saalpläne, die neben einem scheinbar systemlosen Farbenwirrwarr jede Menge X, Namen und Abkürzungen enthalten. Diese Zeichnung berücksichtigt die Kundenwünsche nach dem Motto "Wer, wo, wann, neben wem?" Der Sitz-Masterplan nach dem Rotationsprinzip wird für jede Veranstaltung neu ausgetüftelt, so dass alle Teilnehmer während des Kulturkaleidoskops in den Genuss von Top-Plätzen kommen. Zur besonderen Betreuung der Gäste aus Deutschland gehört auch die Sonderzufahrt zum jeweiligen Theater. Kein Witz, die Prager Polizei sperrt mal eben zwei Spuren für den restlichen Verkehr, damit die Busse bis vor den Eingang fahren können. Und wie ich auf der Promotions-DVD für Busreiseveranstalter von Wolff Ost-Reisen sehen kann, tut sie dies auch dann mit einem Lächeln im Gesicht, wenn es mal Bindfäden regnet. Made by Wolff ist übrigens auch das Adventssingen in Prag, Karlsbad und Budweis. Dieses hat mittlerweile nicht nur lebhaftes Interesse der Busreiseveranstalter, sondern auch Begehrlichkeiten diverser Mitbewerber hervorgerufen, "Aber das sind reine Wolff-Veranstaltungen, in die wir so viel Know-how und Arbeit eingesteckt haben, wie es sonst keiner machen würde", macht Kirsten Wolff deutlich. Apropos Arbeit: In Furth im Wald wird es bereits dunkel, so dass ich mich für den Kurzrundgang durch die Firmenzentrale sputen muss. Schließlich sollen die Wolff-Mitarbeiter ja sehen, wer da so planlos im Bayerischen Wald rumirrt. (...)

Anreise und Betreuung, Kapitel 4
Jetzt sitze ich auf dem Beifahrersitz, denn Hartmut und Kirsten Wolff bringen mich zum Hotel in ihrem Wohnort Regensburg. Auch hier wieder erstklassiger Service, Fahrt bis fast vor den Hoteleingang. (...)