Russische Föderation

Einreise und Fakten

Einreise für Deutsche

Visum ist notwendig. Dazu ist u.a. erforderlich:

- der 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültige Reisepass

- ein visa support letter des russischen Reiseveranstalters

- der Nachweis einer Auslandsreisekrankenversicherung

Landesdaten

Lage

Die Russische Föderation ist der eigentliche Kernstaat der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten).

Sie liegt im östlichen Teil Europas und im westlichen und nördlichen Teil Asiens. Die Russische Föderation wird im Norden und Nordosten begrenzt durch die Barentssee und das Nordpolarmeer, im Osten durch die Bering-Straße und das Ochotskische Meer.

Im Südosten und Süden hat die Russische Föderation Grenzen mit der Volksrepublik China, Korea-Nord, der Mongolei, Kasachstan, Georgien und stößt weiterhin an das Kaspische Meer und das Schwarze Meer. Seit März 2014 zählt die Russische Föderation auch die Halbinsel Krim am Schwarzen Meer, gegenüber der russischen Taman-Halbinsel, zu ihrem Staatsgebiet.

Im Westen grenzt die Russische Föderation an die Ukraine, Belarus/Weißrussland, Lettland, Estland, Finnland und Norwegen.

Die Russische Exklave Kaliningrad/Königsberg wird im Norden und Osten umschlossen von Litauen, im Süden von Polen und im Westen von der Ostsee.

Fläche: 17.075.400 km² (inklusive Kaliningrad)

Verwaltungsstruktur:

21 Republiken: Adygeya, Altay, Bashkortostan, Buryatiya, Chechnya, Chuvashiya, Dagestan, Ingushetiya, Kabardino-Balkariya, Kalmykiya, Karachaevo-Cherkesiya, Kareliya, Khakasiya, Komi, Mariy El, Mordoviya, Sakha, Severnaya Osetiya-Alaniya, Tatarstan, Tyva, Udmurtiya

9 Regionen ("kray")

46 Verwaltungsregionen ("oblast")

2 autonome Städte (Moskau, St. Petersburg)

1 autonome Region

4 autonome Bezirke

Einwohner

Bevölkerung der Russischen Föderation: ca. 143 Millionen Einwohner.

Städte:

Moskau (Hauptstadt) ca. 11,5 Millionen

St. Petersburg ca. 4,8 Millionen

Nowosibirsk ca. 1,5 Millionen

Jekatarinburg ca. 1,3 Millionen

Nishni Nowgorod ca. 1,3 Millionen

Samara ca. 1,2 Millionen

Omsk ca. 1,2 Millionen

Tscheljabinsk ca. 1,1 Millionen

Ufa ca. 1,1 Million

Kasan ca. 1,1 Millionen

Rostow am Don ca. 1,1 Millionen

Wolgograd ca. 1 Million

Perm ca. 991.500

Krasnojarsk ca. 973.900

Saratow ca. 837.800

Wladiwostock ca. 592.100

Sprache

Die Amtssprache der Russischen Föderation ist Russisch. Daneben existieren die eigenen Sprachen der russischen Republiken sowie mehr als 80 Minderheitensprachen.

Zeitverschiebung

In Russland gibt es keine Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit (2014 wurde letztmalig umgestellt).

Die Zeitumstellung (Ende März bis Ende Oktober) in Europa bewirkt, dass je nach Zeitzone in Russland noch eine Stunde abgezogen werden muss.

Die Russische Föderation liegt in 11 Zeitzonen. Die Spanne der Zeitunterschiede reicht von Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) +1 Stunde im Westen Russlands bis MEZ +11 Stunden im Osten.

KALININGRADER ZEIT +1 Stunde

Kaliningrad und Region

MOSKAUER ZEIT +2 Stunden

Großteil des europäischen Russlands sowie die Autonome Republik Krim (seit 2014 > Russland)

Regionen: Archangelsk - Astrachan - Belgorod - Brjansk - Iwanowo - Jaroslawl - Kaluga - Kirow - Kostroma - Krasnodar - Kursk - Leningrad - Lipezk - Moskau - Murmansk - Nischni - Nowgorod - Nowgorod - Orjol - Pensa - Pskow - Rjasan - Rostow - Saratow - Smolensk - Stawropol - Tambow - Tula - Twer - Uljanowsk - Wladimir - Wolgograd - Wologda - Woronesch

Republiken: Adygeja - Dagestan - Inguschetien - Kabardino-Balkarien - Kalmückien - Karatschai-Tscherkessien - Karelien - Komi - Krim - Mari El - Mordwinien - Nordossetien-Alanien - Tatarstan - Tschetschenien - Tschuwaschien

Autonomer Kreis der Nenzen

SAMARAER ZEIT +3 Stunden

Region: Samara

Republik: Udmurtien

JEKATERINBURGER ZEIT +4 Stunden

Regionen: Perm - Kurgan - Orenburg - Swerdlowsk (Jekaterinburg) - Tjumen - Tscheljabinsk

Republik: Baschkortostan (Baschkirien)

Autonome Kreise: Chanten und Mansen/Jugra (Chanty-Mansijsk) - Jamal-Nenzen

OMSKER ZEIT +5 Stunden

Regionen: Altai - Nowosibirsk - Omsk - Tomsk

Republik: Altai

KRASNOJARSKER ZEIT +6 Stunden

Regionen: Krasnojarsk - Kemerowo

Republiken: Tuwa - Chakassien

IRKUTSKER ZEIT +7 Stunden

Regionen: Transbaikalien - Irkutsk

Republik: Burjatien

JAKUTSKER ZEIT +8 Stunden

Teile von Sacha, Rep.: Jakutsk (Hauptstadt) und alle administrativen Kreise

Region: Amur

WLADIWOSTOKER ZEIT +9 Stunden

Regionen: Primorskij (Primorje) - Chabarowsk - Magadan -Sachalin

Teile von Sacha, Rep.: Oimjakonski - Werchojanski - Ust-Janski

Jüdische Autonome Oblast

SREDNEKOLYMSKER ZEIT +10 Stunden

Teile von Sacha, Rep.: Abyjski - Allaichowski - Momski - Nischnekolymski - Srednekolymski und Werchnekolymski administrative Kreise sowie Sewero

KAMTSCHATKA-ZEIT +11 Stunden

Region Kamtschatka

Autonomer Kreis der Tschuktschen

Stromspannung

In Moskau und in anderen Städten beträgt die Netzspannung in der Regel 220 Volt, 50 Hz.

Telefon/Post

Post

Luftpost benötigt von Moskau und St. Petersburg ca. 10 Tage und mehr, von anderen russischen Städten länger. Wenn man sicher gehen möchte, dass Post auf jeden Fall ankommt, sollte man sie per Einschreiben versenden.

Telefon

Die Vorwahl von Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Russische Föderation ist 007. Die Vorwahlen von der Russischen Föderation nach Deutschland sind 8 (Freizeichen abwarten), dann wählt man 1049 und danach die deutsche Ortsvorwahl ohne Null. Analog dazu wählt man nach Österreich nach der 8 (Freizeichen abwarten) 1043 und in die Schweiz 1041. Neben den privaten Telefonanbietern, die auch Kartentelefone anbieten, gibt es staatliche Telefonbüros (meist in der Nähe des Postamtes) sowie Satellitentelefonbüros, die zuverlässigere Verbindungen bieten, aber auch teurer sind. Das Telefonieren vom Hotel aus ist kompliziert und außerdem sehr kostspielig.

NOTRUFNUMMER: 112.

Mobilfunk

Netztechnik: GSM 900/1800 und 3G 2100.

Derzeit gibt es Roamingverträge mit Anbietern in der Russischen Föderation von E-Plus, O2, Telekom Deutschland und Vodafone.

Internet

Länderkürzel: .ru

Internetanschlüsse stehen in den Hotels und Internetcafés größerer Städte zur Verfügung.

Feiertage

1. Januar (Neujahrstag) sowie vom 2. bis zum 6. Januar (Neujahrsfeiertage)

23. Februar (Tag des Verteidigers des Vaterlandes)

24. Februar (öffentlicher Feiertag)

8. März (Internationaler Frauentag)

1. Mai (Tag der Arbeit)

8. Mai (öffentlicher Feiertag)

9. Mai (Tag des Sieges)

12. Juni (Nationalfeiertag; Tag der Deklaration über die Staatssouveränität)

4. November (Tag der nationalen Einheit)

Orthodoxer Feiertag: 7. Januar (Weihnachten)

Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, ist der darauffolgende oder ein durch die Regierung festgelegter Werktag arbeitsfrei.

Die Hauptferienzeit geht von Anfang Juni bis Ende August. Weitere typische Ferienzeiten sind die ersten zwei Januar- und die ersten zwei Maiwochen. Aber auch die Tage vor und nach offiziellen Feiertagen werden gern für Kurzurlaube benutzt.

Öffnungszeiten

Banken: Mo bis Do ca. 9.30-17 Uhr, Fr ca. 9.30-16 Uhr (oft ohne Mittagspause);

Post: Mo bis Fr 8-20/21 Uhr, Sa, So und an Feiertagen kürzere Öffnungszeiten, in Großstädten oft rund um die Uhr geöffnet;

Geschäfte: Lebensmittelläden in der Regel die ganze Woche von 9-22/23 Uhr, oft ohne Mittagspause. In Großstädten gibt es auch Supermärkte bzw. kleinere Geschäfte (Kioske), die rund um die Uhr geöffnet haben. Kaufhäuser und Shopping Malls oftmals Mo bis So 10/11-20/21/22 Uhr;

Büros: Mo bis Fr 9/10-17/18 Uhr, üblicherweise mit einer Stunde Mittagspause ab 13 Uhr;

Behörden: Mo bis Fr 8/9-17 Uhr, in der Regel mit einer Stunde Mittagspause, oft ab 13 Uhr.

Kleidung

Im Sommer (Juni bis August) sollte man normale Sommerkleidung dabeihaben. Im Frühjahr und Herbst sollte man Übergangskleidung mitnehmen. Außerdem braucht man unbedingt eine Regenjacke oder einen anderen Regenschutz. Im Winter sollte man warme Wollsachen, warme Wintermäntel und gefüttertes, wasserunempfindliches Schuhwerk mitnehmen. Eine warme Kopfbedeckung ist unbedingt notwendig. Dies gilt allerdings nicht für die subtropischen Gebiete am Schwarzen Meer.

Land und Leute

Geschichte/Politik

Im sechsten nachchristlichen Jahrhundert kamen Ostslawen in die russische Tiefebene. Um die Jahrtausendwende übernahm man aus Byzanz die christliche Lehre. Im elften Jahrhundert zeigte Kiew (in der benachbarten Ukraine) alle Möglichkeiten fürstlicher Machtentfaltung. Diese feudale Pracht verschwand, als im 13. Jahrhundert die Mongolen ins Land kamen und bis ins 15. Jahrhundert Tribut forderten. Die Stämme im Südwesten Russlands stellten sich daraufhin unter fremden Schutz. So bildeten sich zwei neue Völker heraus: das weißrussische (Belarus) und das ukrainische.

Im Nordosten hingegen formierte sich aus vielen einzelnen Stämmen das Großrussentum. Es hatte seine Zentrale lange Zeit im Osten des Reiches, in Nowgorod. Erst im 14. Jahrhundert übernahm Moskau diese Rolle. Im 15. Jahrhundert befreiten sich die Russen von den Tataren. Im 16. Jahrhundert baute Zar Ivan der Schreckliche als Alleinherrscher die russische Macht aus, eroberte Kasan und Astrachan sowie große Teile von Sibirien. Im 17. Jahrhundert gewannen die Russen auch im Westen Land. Peter der Große versuchte zu Beginn des 18. Jahrhunderts, Russland in Richtung Westen zu orientieren. Neue Hauptstadt wurde St. Petersburg.

Russland wurde nun eine Großmacht und spielte in der europäischen Politik ebenso mit wie im außenpolitischen chinesischen Machtgefüge. 1917 setzte die Februar-Revolution dem Zarenreich ein Ende. 1922 wurde die UdSSR gegründet und 1934 in den Völkerbund aufgenommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die UdSSR den inzwischen geschaffenen großen Ostblock zu halten.

1991 begann die Auflösung der UdSSR, die "Gemeinschaft der Unabhängigen Staaten" (GUS) mit Russischer Föderation, Weißrussland und Ukraine wurde gegründet. Bald darauf schlossen sich die Staaten Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Moldau, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan an. Nicht in der GUS-Gemeinschaft ist Georgien.

Mitte März 2014 hat die Schwarzmeerhalbinsel Krim offiziell ihre Unabhängigkeit von der Ukraine nach einem Referendum ausgerufen, Russland wiederum die Krim als Teil der Russischen Föderation anerkannt. Die Ukraine betrachtet die Krim dagegen nach wie vor als eine autonome Republik und Bestandteil ihres Staatsgebiets, weltweit wird der Beitritt der Halbinsel zu Russland ebenso nicht anerkannt.

Wirtschaft

Die Wirtschaft ist noch im Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft. Problematisch ist, dass die ehedem amtlich verordneten Abnahmequoten innerhalb der ehemaligen UdSSR nicht mehr existieren, viele Produkte aber auch im Ausland keine Nachfrage finden.

Russland hat viele Bodenschätze - von der Steinkohle über das Eisenerz zu Stahlveredlern (beispielsweise Vanadium); man findet sie sowohl im Ural als auch in Westsibirien. Erdöl und Erdgas gibt es im Wolgagebiet, im Ural, in Nordkaukasien und in Westsibirien. Russland steht auf dem dritten Platz in der weltweiten Konkurrenz der erdölfördernden Länder. Auch Gold und Diamanten werden gewonnen. Entsprechend der Bodenschätze haben die Eisen- und die Stahlindustrie sowie der Maschinenbau große Bedeutung, daneben auch die chemische und petrochemische Industrie.

Nur etwa 13 Prozent der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt; dort wird vor allem Getreide angebaut, aber auch Zuckerrüben und Gemüse gedeihen. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen im europäischen Russland. Dort züchtet man auch Rinder und Schweine. Beim Holz gehört Russland zu den größten Produzenten der Erde, 45 Prozent der Landesfläche sind bewaldet. Probleme der Landwirtschaft sind mangelnde Produktivität, zu wenig Produktionsmittel, Schwierigkeiten bei Transport und Lagerung.

Der Tourismus konzentriert sich auf die Städte Moskau und St. Petersburg, auf die Schwarzmeerküste und den westlichen Kaukasus.

Religion

72 Millionen orthodoxe Christen, 13 Millionen Muslime (hauptsächlich im Gebiet von Ural und Wolga), 1 Million Katholiken, 1 Million Buddhisten (Südsibirien), 0,5 Millionen Juden sowie Protestanten und weitere Minderheiten.

Vegetation

Im russischen Norden erstreckt sich weithin die Tundra. Auf Frostböden wachsen Moose, Flechten und Kräuter, in den südlicheren Teilen der Tundra auch niedrige Gehölze wie Zwergbirken und Zwergweiden.

Weiter südlich erstreckt sich die Waldtundra mit Birken, Lärchen und Kiefern; diese geht in die Taiga über, die das weltweit größte Waldgebiet darstellt. Hier wachsen Fichten, Tannen und Lärchen, Arven und Kiefern. Weiter in Richtung Süden trifft man im europäischen Teil Russlands auf die Taiga, einen Mischwald mit Birken und Eichen, Buchen und Linden, Ahorn und Fichten. Östlich des Ural stehen meist Birken.

Südlich der Taiga liegt ein breiter Steppengürtel, der zuerst Baumsteppe, dann Grassteppe ist. Die Grassteppe besitzt äußerst fruchtbare Böden. Sie gehören zu den wertvollsten in Russland. Deshalb ist ein großer Teil der Steppe in Äcker umgewandelt worden.

Tierwelt

Im Norden Russlands, an der Küste, ziehen sich polare Regionen hin. Dort sind Walrosse und Robben, Eisbären und viele Seevögel zu Hause. Südlich davon, in der Tundra, trifft man auf Polarfüchse und Schneehasen, Murmeltiere und Lemminge sowie auf Schneehühner. Während des Sommers kommen von Süden auch Rentiere und Wölfe in diese Gegend sowie sehr viele Vögel. Weiter südlich, in der Taiga, sind während der übrigen Jahreszeit Elche und Wölfe zu Hause. Außerdem findet man dort Luchse, Silber- und Blaufüchse, Fischotter und Zobel sowie die zahlreichen Vertreter der mitteleuropäischen Tierwelt; Hasen, Rot- und Schwarzwild, Eichhörnchen, aber auch Biber. In der Gegend vom Amur lebt noch der sehr selten gewordene Sibirische Tiger.

Weiter südlich, wo es in die Steppen geht, hat die Tierwelt durch die bäuerliche Landnutzung sehr abgenommen. Immerhin leben hier noch Lemminge und Murmeltiere, Wiesel und Hamster, vereinzelt auch Wölfe, Steppenfüchse sowie der Steppen- und der Tigeriltis, der Dachs und der Nerz. Die Seiga-Antilope, die fast ausgerottet war, ist inzwischen streng geschützt.

Gebräuche, Kulinarisches

Kulinarisches

In Russland wird traditionell sehr fett und süß gegessen. Auf den richtigen Vitamingehalt, Ausgewogenheit und Kalorienmenge wird kaum geachtet. Obst und Gemüse stehen nicht im Vordergrund, dafür gehören Kohl und Kartoffeln fast immer zum Mittagessen. Sehr beliebt sind in Russland selbst gesammelte Pilze und Beeren.

Zum Frühstück isst man oft Kascha (Haferbrei), Reis mit Milch und Zucker, Eier, Blinis (gerollte Buchweizenpfannkuchen) oder auch heiße Würstchen und Kartoffeln mit Fleischsauce. Zum Trinken gibt es Trinksahne, Kefir, Kaffee oder Tee.

Das Mittagessen ist die wichtigste Mahlzeit der Russen und wird zwischen 14 Uhr und 15 Uhr gegessen. Es besteht häufig aus zwei Gerichten. Das erste ist Suppe, oft Tomaten-, Kohl- oder Rote-Bete-Suppe, das zweite Gericht bilden Fleisch, Kartoffeln und Salat.

Als beliebte russische Speisen gelten auch Pelmeni (Teigtaschen, gefüllt mit drei Sorten Fleisch oder mit Lachs), Piroschki (Hefekuchen, gefüllt mit Kohl, Fleisch, Pilzen oder Fisch) und Okroschka (eine auf Kwas basierende Kaltsuppe mit Gurken, gekochten Eiern und Zwiebeln). Befstroganow (geschnetzeltes Rindfleisch mit Champignons und Zwiebeln), Schaschlik und Fischgerichte, wie Stör, Lachs oder Zander, gelten als typische Hauptgerichte.

Zum Nachtisch sind vor allem Eis und süße Gebäckstückchen empfehlenswert.

Die in Moskau servierten Weine stammen meist aus Georgien, wie der Mukusani, ein voller Rotwein, oder der Zinandali, ein trockener Weißwein. Beim Bier sollte man sich besser an die Importware halten. Tee aus dem Samovar ist die empfehlenswerte Alternative zum unüblichen Kaffee, der am ehesten in den internationalen Hotels so schmeckt, wie ein Kaffeetrinker es erwartet. Nationalgetränk ist der Wodka, der bei so ziemlich jeder Gelegenheit getrunken wird. Das "Wässerchen" mit 40 bis 45 Prozent Alkohol ist das Lebenselixier der Russen. Russen trinken Wodka pur ohne Eis und immer mit einem Trinkspruch "Hinuntergestürzt". Der erste Wodka wird vor dem Beginn der Mahlzeit getrunken.

Kwas, russisches Brotbier, ist seit 1056 bekannt und neben Wodka ebenfalls ein Nationalgetränk in Russland. Es wird in allen russischen Städten für ein paar Kopeken aus großen gelben Fässern abgezapft, es wird aber auch in Flaschen angeboten. Geschmacksvarianten sind Apfel-, Kirsch-, Honig- oder auch Bojaren-Kwas.

Sitten und Gebräuche

In Russland leben über hundert Völker beisammen, die sich - neben der russischen Amtssprache - in einer Vielzahl von Idiomen verständigen.

In Städten oder größeren Orten gilt allgemein: Man ist von alters her ziemlich konservativ, bei der Kleidung, und besonders im gegenseitigen Umgang (sofern noch nicht viel Wodka getrunken wurde). Titel hört man gern, Höflichkeit wird sehr geschätzt.

Besondere Rituale gelten beim Wodka-Trinken in Gesellschaft. Da muss, um unmittelbar nachspülen zu können, neben dem Wodka-Glas ein zusätzliches Getränk bereitstehen (Mineralwasser oder Bier). Ein handfester Imbiss gehört dazu: Gurken, Käse, Wurst. Und dann wird Wodka nur nach einem Toast (auf Russisch: "Tost") und ausschließlich mit einem einheitlichen, gemeinsamen Schluck getrunken.

Souvenirs

In vielen russischen Orten lebt die Tradition des alten Kunstgewerbes noch. Beispiele: Archangelsk, wo man nach wie vor Holz- und Beinschnitzereien, aber auch Geschenke aus Rentierfell herstellt. In Perm werden Schmuck- und Halbedelsteine, die im Ural gefunden wurden, geschnitten und geschliffen. In Jaroslawl versteht man sich auf Silberschmuck, in St. Petersburg auf kleine Puppen. Da gibt es auch die Babuschkas, hohle bunte Holzpüppchen unterschiedlicher Größe, bei denen man eine in die andere hineinstecken kann. Die Möglichkeiten, Souvenirs zu finden, gehen noch viel weiter; in den Städten kann man alle diese Kleinigkeiten kaufen.

Klima und Wetter

Klimainformationen

Von Nord nach Süd ist ein Übergang von arktischem zu kontinentalem Klima mit starken jahreszeitlichen Schwankungen erkennbar.

Im europäischen Teil der Russischen Föderation ist der Sommer, der üblicherweise von Juni bis einschließlich August dauert, warm, und man kann zu dieser Zeit mit viel Sonnenschein rechnen. Gelegentlich kommt es zu Regenfällen. Die durchschnittlichen Temperaturen betragen zu dieser Jahreszeit etwa 17 bis 26°C. Ein sehr angenehmer Monat ist der September. Im Frühling und Herbst ist es kühl.

Im Winter, der in der Regel von November bis März dauert, gibt es Schnee und Frost. Die Temperaturen schwanken zu dieser Jahreszeit zwischen etwa -17 und -1°C. In einigen Regionen der Russischen Föderation sinkt das Thermometer auf Temperaturen von -30°C . Die Kälte ist jedoch meist trocken und deshalb auch leichter zu ertragen. In den südwestlichen Landesteilen sinkt die Temperatur selbst im Januar selten unter 0°C.

Am Schwarzen Meer dauert die Badesaison bei angenehm warmen Temperaturen von Mai bis Oktober; die Temperaturen liegen in den Monaten Dezember bis Februar bei 7 bis 10°C.

Der Norden des europäischen Teils der Russischen Föderation sowie Sibirien und der asiatische Teil der Russischen Föderation haben kurze, nicht übermäßig heiße Sommer, jedoch kalte, sehr lange Winter (5 bis 7 Monate, Temperaturen im Januar teilweise -45 bis -17°C).

Beste Reisezeit

Den europäischen Teil und die südlichen Gebiete der Russischen Föderation, wie z.B. die Region am Schwarzen Meer, bereist man am besten von Mai bis Oktober, in den nördlichen Gebieten ist es in den Sommermonaten am angenehmsten.

Gesundheit

Vorgeschriebene Impfungen

Keine.

Empfohlene Impfungen

Hepatitis A, regional FSME,

zusätzlich für Individualreisende Typhus.

Informationen zur Malaria

Malaria

Keine.

Verbreitung

Die Russische Föderation ist malaria-frei.

Ärztliche Hilfe

MOSKAU: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Wolfgang Luster, Moskau, Tel. (0495) 939 92 69, 939 91 07;

ST. PETERSBURG:Prof. Dr. A. Storozchenko (spricht Englisch), Udelny Prospect 22,, St. Petersburg, Tel. (0812) 553 21 01;

JEKATERINBURG:Gebietskrankenhaus Nr. 1, Dr. Oled Beliaev (spricht Deutsch), Wolgogradskaja Str. 165,, Jekaterinburg, Tel. (03432) 28 44 10;

NOVOSIBIRSK:Kranoobsk Bezirkskrankenhaus, Hr. Ortwin Iwanowitsch-Bergen (spricht Deutsch), Novosibirsk, Tel. (03832) 48 02 53;

NISHNIJ NOWGOROD:State Regional Hospital, Dr. V. Zagainov, Rodionova Street 190,, Nishnij Nowgorod, Tel. (08312) 38 95 59;

PERM:Klinik für Kardiologie, Dr. S. Tchazov, Lunatcharskogo Str. 95,, Perm, Tel. (03422) 34 86 74;

SAMARA:Dr. A. Pismenny, 443068 Novo-Saqdovaya Str. 154,, Samara, Tel. (08462) 35 15 91.

Geld und Umtausch

Währung

Währungseinheit

Währungseinheit: Rubel (Rbl)

1 Rubel = 100 Kopeken.

Derzeitiger Kurs:

1 Euro = ca. 68,44 Rbl

1 US-$ = ca. 58,01 Rbl

Hinweise

Bei den unten aufgeführten Umrechnungskursen handelt es sich um Devisenkurse der Deutschen Bundesbank, die die Preisnotierung des Euro und des US-Dollar in der Währung des Reiselandes angibt. Mit Devisenkursen werden z.B. Rechnungen unterschiedlicher Währungen gegeneinander verrechnet. (Im Gegensatz zum Sortenkurs wird hier jedoch nicht der Wert angegeben, den man in Deutschland am Bankschalter für einen Euro oder US-Dollar erhält.)

Devisenbestimmungen/Umtausch

Einfuhr Fremdwährung: unbeschränkt

Einfuhr Landeswährung: unbeschränkt

Deklaration: Ja - wenn bei der EINFUHR alle Devisen, Rubel, Reiseschecks sowie Wertpapiere den Wert von 10.000 US-$ überschreiten. Ein Exemplar des Deklarationsformulars muss für die Ausreise aufbewahrt werden (siehe Hinweis "bei AUSREISE").

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Schriftliche Deklaration bei der AUSFUHR von Beträgen (Landes- und Fremdwährung) über 3,000 US-$ notwendig. Bei Beträgen über 10,000 US-$ (Summe aller Devisen, Rubel, Reiseschecks und Wertpapiere) ist die Vorlage des bei Einreise ausgefüllten Deklarationsformulars notwendig.

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Bei Verdacht auf Devisenschmuggel kann neben der Konfiszierung des Devisenbetrags und einer Geldstrafe eine mehrmonatige Haftstrafe drohen.

Ausfuhr Fremdwährung: unbeschränkt

Ausfuhr Landeswährung: unbeschränkt

Umtausch: Direktzahlungen in Devisen sind nicht erlaubt. Die oft in US-$ angegebenen Preise werden zum Tageskurs in Rubel verlangt. Für den Umtausch sollten nur druckfrische Scheine mitgeführt werden. Es sind für manche Dienstleistungen (z.B. auch Trinkgeld) Devisen in kleinen Scheinen notwendig. Geld und Reiseschecks sollten nur in zugelassenen Banken oder Wechselstuben umgetauscht werden. Jeder Geldwechsel muss auf dem Deklarationsformular vermerkt werden, und alle Quittungen sollten bis zur Ausreise aufbewahrt werden.

Internationale Kreditkarten: Ja (American Express, Diners Club, Visa, EuroCard/MasterCard) - werden in größeren Hotels, Geschäften und Restaurants akzeptiert. Einzelheiten sind vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte erhältlich. Reisende sollten bei der Bezahlung mit Kreditkarte den Reisepass vorweisen können, da es häufig zu Betrügereien im Zusammenhang mit Kreditkarten kommt. In ländlichen Gebieten ist nur Bargeldzahlung möglich.

Geldautomat: Ja - an den Geldautomaten kann man mit Kreditkarte oder Girocard (mit Maestro-Logo) Bargeld abheben (zwischen 5.000 und 100.000 Rubel täglich, je nach Bank oder Kreditkarten-Anbieter). Man sollte sich jedoch nicht ausschließlich auf Geldautomaten verlassen, sondern zur Sicherheit grundsätzlich einen für einige Tage reichenden Bargeldvorrat besitzen. Da es in der Vergangenheit zu Fällen von Missbrauch von Girocards und Kreditkarten durch manipulierte Geldautomaten gekommen ist, wird beim Einsatz der Karte zu Vorsicht geraten.

Reiseschecks: Ja - können jedoch nur selten eingelöst werden.

Rücktausch: ist schwierig.

Wichtige Adressen

Auskunftstellen

Botschaften und Konsulate

Ärztliche Hilfe

MOSKAU: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Wolfgang Luster, Moskau, Tel. (0495) 939 92 69, 939 91 07;

ST. PETERSBURG:Prof. Dr. A. Storozchenko (spricht Englisch), Udelny Prospect 22,, St. Petersburg, Tel. (0812) 553 21 01;

JEKATERINBURG:Gebietskrankenhaus Nr. 1, Dr. Oled Beliaev (spricht Deutsch), Wolgogradskaja Str. 165,, Jekaterinburg, Tel. (03432) 28 44 10;

NOVOSIBIRSK:Kranoobsk Bezirkskrankenhaus, Hr. Ortwin Iwanowitsch-Bergen (spricht Deutsch), Novosibirsk, Tel. (03832) 48 02 53;

NISHNIJ NOWGOROD:State Regional Hospital, Dr. V. Zagainov, Rodionova Street 190,, Nishnij Nowgorod, Tel. (08312) 38 95 59;

PERM:Klinik für Kardiologie, Dr. S. Tchazov, Lunatcharskogo Str. 95,, Perm, Tel. (03422) 34 86 74;

SAMARA:Dr. A. Pismenny, 443068 Novo-Saqdovaya Str. 154,, Samara, Tel. (08462) 35 15 91.

Reisetipps
Reisehinweise

Reisehinweise

Reisebeschränkungen:

Die Grenzübergänge zwischen der Russischen Föderation und Belarus sind nur für die Nutzung von Staatsangehörigen von Belarus und der Russischen Föderation zugelassen. Das Auswärtige Amt empfiehlt daher bis aus Weiteres, nicht von der Russischen Föderation nach Belarus zu reisen und umgekehrt. Dies betrifft auch Flug- und Bahnreisen.

In den Grenzgebieten zwischen der Russischen Föderation und Belarus gibt es jetzt so genannte Grenzzonen, die nur mit offizieller Genehmigung betreten werden dürfen.

Von Reisen nach INGUSCHETIEN, TSCHETSCHENIEN, DAGESTAN, NORDOSSETIEN UND KABARDINO-BALKARIEN wird abgeraten. Es besteht ein hohes Sicherheitsrisiko.

Die Grenzstelle zu Georgien, Dariali/Hoher Lars (Nordossetien/Russland), sowie der Grenzübergang zu Aserbaidschan, Samur (Dagestan/Russland), sind für den internationalen Reiseverkehr geöffnet. Jedoch ist es möglich, dass der Übertritt an beiden Grenzübergängen mit Problemen wegen zu hoher Auslastung verbunden ist.

Bei Reisen in entlegene Gebiet sollte nachgefragt werden, ob im Reisegebiet Sonderregelungen hinsichtlich der Einreise bestehen.

Terroranschläge:

Terroranschläge können sich vor allem in der russischen Kaukasusregion ereignen, aber sie sind auch landesweit jederzeit möglich. Sie haben immer wieder zahlreiche Tote gefordert.

Russische Behörden raten zu erhöhter Vorsicht, vor allem bei Menschenansammlungen und der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.

Homosexualität:

In Russland ist "homosexuelle Propaganda" in der Öffentlichkeit verboten, gemeint sind positive Aussagen zur Homosexualität jeglicher Art, wenn Minderjährige anwesend sind oder die Äußerungen in den Medien verbreitet werden. Reisenden drohen Geldbußen, Haft (ca. 15 Tage) oder Ausweisung.

Es besteht die Möglichkeit, dass Homosexuelle, die in der Öffentlichkeit zu ihrer Homosexualität stehen oder ihre Zuneigung zum gleichgeschlechtlichen Partner zeigen, von Privatpersonen attackiert werden.

Weitere Informationen zur Sicherheitssituation im Reiseland sind auf den Internetseiten des Auswärtigen Amts zu finden.

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen

Wanderer im Grenzbereich zu Kaliningrad (Polen-Russland) sowie in der Kurischen Nehrung (Litauen/Russland) sollten beachten, dass die "grüne" Grenze an verschiedenen Stellen nur durch weit auseinander liegende Grenzsteine markiert ist. Wer die Grenze auch nur für wenige Meter illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei und einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Gewisse Regionen in der Russischen Föderation dürfen von Ausländern nicht betreten werden (sogenannte Sperrgebiete). Da diese aber in der Regel nicht gekennzeichnet sind, sind darüber Auskünfte vor Ort einzuholen. Zuständig ist dafür meist die Behörde FMS (Föderaler Migrationsdienst), bei der sich Reisende nach ihrer Ankunft (siehe Abschnitt "Meldebestimmungen") melden müssen.

Militärische Objekte und Anlagen von militärischem Interesse wie Bahnhöfe, Häfen, Flughäfen und Grenzen dürfen nicht fotografiert werden. Bei Aufnahmen von Personen sollten diese vorher um Zustimmung gebeten werden.

Drogen dürfen weder ein- noch ausgeführt werden.

SPERR-NOTRUF: Deutsche können ihre Girocards, Kreditkarten, Handys und einige andere elektronische Berechtigungen über die Sperr-Notruf-Nummer ++49 116 116 (aus dem Ausland neben ++49 116 116 auch ++49 30 4050 4050 wählbar) rund um die Uhr sperren lassen. Der Anrufer wird mit den Herausgebern der jeweiligen Medien verbunden, sofern diese sich dem Sperr-Notruf angeschlossen haben. Eine Liste der angeschlossenen Herausgeber ist im Internet unter www.sperr-notruf.de zu finden.

Ebenso ist es möglich, die Online-Ausweisfunktion (elektronischer Identitätsnachweis - eID) des neuen Personalausweises unter den oben genannten Nummern sowie unter 0180 1 333 333 (Bürgerservice des Bundesinnenministeriums) sperren zu lassen.


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